Die Markus-Passion von Reinhard Keiser

Wer den Komponisten Reinhard Keiser (1674-1739) nicht kennt, hat gewiss keine schlechte musikalische Allgemeinbildung, hat aber auf jeden Fall bisher etwas verpasst! Keiser, der etwa zur gleichen Zeit wie Johann Sebastian Bach lebte, war ein hochgeschätzter Opernkomponist und Operndirektor in Hamburg. Seine Popularität ging zu seinen Lebzeiten weit über die Bachs hinaus –eine Institution war er vor allem deshalb, weil sein Name für eines der ersten Opernhäuser stand, das nicht mehr Repräsentationsobjekt eines Fürsten war, sondern ein bürgerliches Kulturunternehmen.

Keisers kirchenmusikalisches Schaffen, mit dem er seine Komponistenlaufbahn begann und beschloss, nimmt sich gegen seine 136 nachweisbaren Opern eher bescheiden aus. Dennoch hat Johann Sebastian Bach die Markus-Passion von Keiser so wertgeschätzt, dass er sie selbst in Leipzig aufführte und das Werk in Abschrift von Bachs eigener Hand vorliegt.

Die Stärke dieser oratorischen Passion liegt in der großen melodischen Ausdrucksskala, die die Arien, die Chöre und den Orchestersatz prägt.

Mauritius-Kantorei und Jugendkantorei werden dieses Werk am Karfreitag um 15 Uhr gemeinsam mit Solisten und Orchester unter der Leitung von Kantorin Christine Marx aufführen. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

 

Solisten:
Rebecca Cordes, Sorpan
Filippa Möres-Busch, Alt
Dennis Marr, Tenor
Claus Temps, Bass