Haydns größte Messe und Trompetenkonzert

Joseph Haydn, bekannt für seine in hohem Alter geschriebenen Oratorien »Die Schöpfung« und »Die Jahreszeiten«, hat bereits als junger Mann neben vielen Sinfonien auch kirchenmusikalische Werke komponiert. Seine »Caecilienmesse«, auch »Große Mariazeller Messe in C­Dur« genannt, ist dabei sein umfangreichstes kirchenmusikalisches Werk.

Am Samstag, dem 20. Oktober erklingt dieses Werk um 19 Uhr in der Feuerbacher Stadtkirche, die Mauritius­Kantorei und die Jugendkantorei sind gemeinsam mit Solisten und der Sinfonietta Stuttgart zu hören. Weiteres »Highlight« dieses Konzertabends ist das berühmte Trompetenkonzert Es­Dur, ebenfalls von Joseph Haydn.

Die zwischen 1765 und 1773 entstandene »Caecilienmesse« (dem Marienwallfahrtsort Mariazell in der Steiermark zugeordnet) gehört nicht nur zu den größten Messkompositi o nen der Wiener Klassik, sie wurde bereits von Haydns Zeitgenossen begeistert aufgenommen und als besonders reifes, gleichsam überzeitlich gültiges Werk wahr genommen.

Der Musikschriftsteller Friedrich Rochlitz schrieb unter dem Eindruck dieser Komposition in der »Allge meinen Musikalischen Zeitung«: »Wir halten diese Messe für das Vollendetste unter allen bisher bekannt gewordenen, und Sätze, wie das zweyte Kyrie, Gloria, Qui tollis, Et incarnatus und Et resurrexit können auch nie veralten, weil in ihnen nicht nur ein Geist lebt, welcher über allem schwebt, was Mode heißt und geben kann, sondern weil sich dieser Geist auch auf eine Weise ausspricht, an welche keine Mode reicht.«

Die Aufführungsdauer der Caecilienmesse liegt bei rund 70 Minuten – eindeutig zuviel für die Messfeiern der Aufklärungszeit im katholischen Österreich des späteren 18. Jahrhunderts. Offensichtlich hat Haydn die Komposition daher – wie später Mozart seine »c­Moll­Messe« und Beethoven seine »Missa solemnis« – nicht in konkretem Auftrag geschrieben, sondern aus dem Bedürfnis heraus, den  lateinischen Mess­Text mit allen kompositorischen Möglichkeiten, die zur Verfügung standen, in eine ideale musikalische Form zu bringen. Dementsprechend groß ist das Orchester besetzt.

Haydns Konzert für Trompete und Orchester Es­Dur ist hingegen Teil seines Spätwerks – er schrieb das berühmte Werk 1796 für die soeben erfundene Klappentrompete. Es war das erste Konzert für dieses neue Instrument, das erstmals nicht nur die Töne der Naturtonreihe erlaubte, sondern auch melodisches Spiel in tieferen Tonlagen und chromatische Durchgänge.

Bis heute gilt dieses Trompetenkonzert als eines der maßstäblichen Werke in der Welt der Solotrompete. Auch hierzu das Zitat eines Zeitgenossen der Uraufführung im Jahr 1800 (Anton Gabmeyer): »Wäre es nicht vollendete Musik, es würde die allerbeste ‚Studie‘ für eine neue Erfindung sein, was sich hinter dem Meisterwerk verbirgt. In einer nie da gewesenen Weise beginnt die Trompete zu singen als wäre sie ein Streichinstrument«.

Als namhafte Solisten agieren in unserer Feuerbacher Aufführung Wolfgang Bauer, Trompete, sowie Julia Kirchner, Sopran, Anneka Ulmer, Alt, Sebastian Hübner, Tenor und Thomas Scharr, Bass.

Karten für das Konzert zwischen 11 und 19 Euro werden im Vorverkauf ab 25. September bei der Buchhandlung Schairer und bei den Chormitgliedern angeboten; Restkarten sind am Konzerttag an der Abendkasse erhältlich.