Die Glocken der Föhrichkirche

Am 17. Dezember 1929 wurden sie bei Heinrich Kurtz in der Heusteigstraße gegossen, die ersten Glocken der Föhrichkirche. Sie waren gestimmt auf die Töne E und G. Die größere der beiden Glocken trug die Inschrift: „WER OHREN HAT ZU HÖREN, DER HÖRE" und darunter ein Relief, das Christus als Lehrer zeigt. Die kleinere Glocke zeigte die Inschrift: „KOMMT, LASST UNS ANBETEN". Wir müssen von diesen Glocken in der Vergangenheitsform reden, denn sie sind dem Krieg zum Opfer gefallen. Sie gehörten zu der Kategorie von Glocken, die eingeschmolzen wurden, weil sie keinen historischen Wert darstellten.

Die Glocken der Föhrichkirche

Nach dem Krieg kam der Wunsch nach neuen Glocken auf. In der Druckerei Köhrer wurden unentgeltlich Glockenkarten hergestellt, die als Spendenquittungen galten. Es kam das Nötige zusammen, so dass zwei Glocken wieder bei der Firma Kurtz in Auftrag gegeben werden konnten. Für die größere Glocke mit dem Ton C' wurden die Worte gewählt: „0 LAND, LAND, LAND HÖRE DES HERRN WORT." Für die kleinere die Worte: „REDE HERR, DENN DEIN KNECHT HÖRT." Sie hat den Ton G".

Am 23. September 1950 kamen die Glocken hier an und standen dann im Altarraum der Föhrichkirche bis zum Erntedankfest, um dann in der Enge des Dachreiters zu verschwinden. Von dieser Glockenstube klingen sie - je nach Windrichtung - weit hinaus. Es sind nicht die vollen und runden Töne, wie sie von der alten Stadtkirche Feuerbachs herkommen. Es ist eher wie das Locken einer Glucke, die ihre Kücklein gerne um sich scharen möchte. Lassen wir uns doch rufen!

(Pfr. i. R. Bernhard Reusch)